Dienstag, 27. Februar 2007
Germany twelve points
Oh, ich glaube das war eine andere Veranstaltung. Damit ich beim heutigen Treffen mit meinen Arbeitskollegen auch mitreden konnte, habe ich mir gestern das erste Mal in meinem Leben die Oscar Verleihung in voller Länge gegeben. Da mein Anzug in Deutschland geblieben ist, musste ich das ganze wie jeder Andere vor dem Fernsehen verfolgen. Positiv war allerdings, dass ich mir hier nicht wie in Deutschland die halbe Nacht um die Ohren schlagen musste. Auf dem Hollywood Blvd. selbst war so gut wie nichts zu sehen, weil das ganze Gebiet weiträumig abgesperrt war. Glücklicher Weise konnte ich am Vortag schon einmal im Kodak Theater vorbei geschaut und so war es mir zumindest möglich roten Teppich im Inneren ein paar Fotos schießen. Heute morgen musste ich mich dann erst einmal lautstark bei meinem Chef beschweren. Da hängt der doch auf einer der Oscar Partys mit George Lucas rum und besorgt mir nicht mal einen Praktikumsplatz bei ILM. Nächstes Jahr muss ich ihn ein wenig besser instruieren. Wenn man sich nicht um alles selbst kümmert.

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Sonntag, 25. Februar 2007
Hell on Wheels
"Was lange währt wird endlich gut" oder vielleicht wäre "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" die passende Lebensweisheit. Ich habe mich lange gewehrt doch schließlich konnte ich meinem Schicksal nicht mehr entrinnen und bin nun im Besitz eines - nennen wir es mal Firmenwagens. Die passendere Bezeichnung wäre wahrscheinlich eher "Monstertruck aus der Hölle", doch vielleicht beginne ich die Geschichte von vorne.
Mein Chef ist im Besitz eines 1978er Chevy Suburban, den er bisher in der Wüste abgestellt hatte. Da man in L.A. als Praktikant ohne fahrbaren Untersatz aber leider nicht für Dinge wie "Einkaufen für die Frau des Chefs" oder ähnliches eingesetzt werden kann, kam ihm die glorreiche Idee mir dieses gute Stück zu überlassen (das Auto, nicht die Frau). James und ich haben uns daher vorletzte Woche auf den Weg nach Lancaster gemacht, um den Wagen nach L.A. zu bringen. Dort angekommen war unsere erste Aufgabe die in der Heckklappe verschwundene Heckscheibe durch eine Plastikplane zu ersetzen. Hintergrund dieser Aktion war, dass wir die Abgase davon abhalten wollten in die Fahrerkabine ein zu dringen. Spätestens als ich an der ersten Tankstelle leicht benommen aus dem Auto ausstieg, war mir klar, dass der Versuch nicht sonderlich gelungen war. Es kommen aber nunmal nur die Harten in den Garten (alte Erzieherinnenweisheit), und deshalb haben wir munter $50 Sprit in den Tank versenkt und uns wieder auf die Piste gemacht.
Man muss hier übrigens zuerst zahlen und darf danach erst seinen tank füllen. Eigentlich ziehmlich schlau. Deutsche Tankstellenpächter könnten einen Haufen Geld an Überwachungstechnik sparen, wenn sie das auch so machen würden.
Doch zurück zur eigentlichen Geschichte: Lange Rede, kurzer Sinn: Der Suburban hat es an jenem Tag nicht bis L.A. geschafft. Auf halber Strecke verabschiedete sich auf dem Freeway der Motor mit zwei recht spektkulären Fehlzündungen.
Mein Chef hat das gute Stück am nächsten Tag in eine Werkstatt schleppen lassen und gestern haben wir ihn dort abgeholt. Nach Erneuerung der Zündanlage und der Instandsetzung des Heckscheibenmotors, läuft man inzwischen glücklicher Weise nicht mehr Gefahr einer Kohlemonoxydvergiftung zu erliegen.
Nun steht das "Monster" also in der Tiefgarage und blockiert ziehmlich viel von dem Parkplatz, den ich mir mit meinem Mitbewohner Bob teile. Obwohl man von Teilen im eigentlichen Sinne nicht sprechen kann. Treffender ist, dass der Suburban den Parplatz fast vollständig ausfüllt und Bob sich mit seinem Wagen ein gemütliches Plätzchen im Kofferaum sucht. Mit seinen neun Sitzplätzen, mehr als drei Tonnen Gewicht und über fünfeinhalb Metern Länge ist dieses Gefährt auch eher Bus als PKW. Rian meinte, man könne damit Problemlos durch ein Haus fahren, allerdings weiß ich nicht ob das eher für die Robustheit des Wagens oder gegen die Stabilität amerikanischer Häuser spricht. Über Spritverbrauch will ich bei einem 6,2 Liter V8 Motor (ja Hubraum, nicht Verbrauch auf 100 und auch nicht auf 50Km) gar nicht reden. Sollte es diesen Sommer also überaus warm in Deutschland werden, könnt ihr sicher sein, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe.


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Freitag, 16. Februar 2007
Besuch aus der Heimat
Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet hier auf bekannte Gesichter aus der Heimat zu treffen, aber Irren ist bekanntlich menschlich. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass Daniela - eine meiner Kommilitoninnen aus Ilmenau - mit einigen ihrer Arbeitskollegen übers Wochenende einen Ausflug nach L.A. gemacht hat. Im Moment arbeitet sie als Praktikantin bei Bosch in "Silicon Valley". Natürlich hat auch sie ein Weblog.
Wir haben uns am vergangenen Samstag getroffen und da ihre Arbeitskollegen unbedingt in einen der "In-Clubs" gehen wollten, sind wir im LAX-Club gelandet. Obwohl wir noch vor der offiziellen Öffnung um zehn dort waren, haben uns die Türsteher eine geschlagene dreiviertel Stunde warten lassen bevor wir in den zu diesem Zeitpunkt noch fast leeren Club durften. Die Eintritttspreise grenzen übrigens an moderne Wegelagerrei. Hätte ich gewusst, dass wir "Männer" zehn Dollar mehr Eintritt als die Mädels zahlen müssen, hätte ich mir beinahe geünscht Alice Schwarzer an diesem Abend als Begleitung dabei gehabt zu haben. Dann hätten zumindest auch die Mädels $30 zahlen müssen oder wie war das nochmal mit der Emanzipation? Auf Getränke habe ich daraufhin verzichtet zumal ich zu diesem Zeitpunkt bei Daniela schon mit $20 in der Kreide stand und wie man sich vielleicht denken kann fand an diesem Abend keine "Markbierparty" statt. Alleine für den Eintritt könnte man sich in den Ilmenauer Studentenclubs gepflegt ins Koma schießen. Ich habe mir jedoch versichern lassen, dass die Drinks im Hinblick auf den Alkoholgehalt wenigstens teilweise die Preise etwas erträglicher gemacht haben. Da wir wieder beim "lustigen L.A. Ilmenau Vergleich" gelandet sind, sei an dieser Stelle gesagt, dass (Überraschung) die Frauenquote hier deutlich besser ist. Um zu vermeiden, dass ich zu einseitig berichte, sei den weiblichen Lesern versichert, dass die männliche Klientel qulitativ durchgehend hochwertiger war, als man das aus Ilmenau gewohnt ist. Das habe ich mir von Daniela glaubhaft versichern lassen.
Der Club selbst hat ein eher nüchternens Ambiente (das Design, nicht sie Leute!) und ich kam mir irgendwie den ganzen Abend so vor als wäre ich in einem Musikvideo von Justin Timberlake gelandet. Trotz des saftigen Eintritt's war es ein durchweg gelungener Abend, den mir nicht einmal die Tatsache vermiesen konnte, dass ich auf dem Heimweg vom Regen ordentlich durchnässt wurde. Von wegen "it never rains...". Alles gelogen!


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Superbowl Sunday...
...ist inzwischen schon eine ganze Weile her, aber da die letzte Zeit sehr arbeitsreich war, will ich den heutigen Abend dazu nutzen das Weblog etwas zu aktualisieren.
Mein Mitbewohner Bob hat mich mit auf die Superbowlparty eines seiner Freunde genommen. Der Superbowl ist quasi das Endspiel der jeweils aktuellen "American Football" Saison und in etwa vergleichbar mit dem Endspiel einer Europameisterschaft im Fussball. Prinzipiell sind die Unterschiede gar nicht so gravierend. Männer kippen sich Bier hinter die Binde und verbrennen Fleisch auf dem Balkon, während auf einem möglichst großen Fernseher andere Männer im Dreck spielen. Erst wenn man ins Detail geht merkt man, dass hier doch einiges anders ist. Statt Bratwürsten und Steak wandeln sich Hamburger von Fleisch in Kohle um, das Bier ist... - naja, davon habe ich eher weniger Ahnung - und der Fernseher verdeckt einen wesentlich größeren Teil der dahinter liegenden Wand, als man das in Deutschland (noch) gewohnt ist wobei er die Regentropfen auf der Kameralinse in HD auf die Mattscheibe zaubert. Desweiteren finden sich überall im Haus verteilt weitere Fernseher, damit man zu keiner Zeit eine Minute des Spiels verpasst.
Bekannt ist der Superbowl auch für seine Shows, die dem Ereignis einen mehr oder weniger angemessenen Rahmen geben. Das Vorprogramm wurde dieses Jahr vom "Cirque du Soleil" gestaltet. Ich weiß nicht wie die Veranstalter auf diese glorreiche Idee gekommen sind, aber wer deutsche Männer kennt die sich für Fussball interessieren wird sich nicht wundern, dass von den Anwesenden Herren Kommentare wie "da wird man ja vom zusehen schwul" kamen. Der Höhepunkt der Halbzeitshow war Prince (oder wie er auch immer im Moment heißt). Auf entblöste sekundäre Geschlechtsmerkmale mussten wir diese Jahr verzichten. Was eigentlich nicht weiter verwunderlich war, denn es goss während des ganzen Spiels wie aus Eimern und daher war das Bedürfnis sich auszuziehen verständlicherweise eher gering.
Nach Ende des Spiels haben wir den Rest des Abends damit verbracht Playstation auf dem 60" Fernseher zu spielen. Ein wirklich ganz besonderes Erlebnis.
Deshalb gibt es auch heute ein Bild dieses riesigen Fernsehers.

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